StartFörderungenPhotovoltaik- und Wärmepumpen-Förderung 2026: Was sich in Österreich gerade ändert

Photovoltaik- und Wärmepumpen-Förderung 2026: Was sich in Österreich gerade ändert

Wer 2026 in Photovoltaik oder eine neue Heizung investieren will, muss sich die Förderlage genau ansehen. Seit Jahresbeginn hat sich viel verschoben, und das meiste davon nicht zugunsten der Antragsteller:innen. Bei der Photovoltaik ist der letzte Fördercall 2026 vorbei. Beim Heizungstausch gibt es seit 2. November 2026 eine Neuauflage der Bundesförderung, allerdings mit niedrigeren Beträgen.

Photovoltaik: Der letzte Fördercall 2026 ist vorbei

Die Bundesförderung für neue PV-Anlagen läuft über das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) als Investitionszuschuss. Die Anlagen waren 2026 nach Größe in vier Kategorien eingeteilt:

  • Kategorie A (bis 10 kWp): 150 Euro pro kWp
  • Kategorie B (über 10 bis 20 kWp): 140 Euro pro kWp
  • Kategorien C und D (größere Anlagen): höchstens 130 bzw. 120 Euro pro kWp, vergeben über Gebote

Ein Stromspeicher wird mit 150 Euro pro kWh nutzbarer Kapazität gefördert – allerdings nur gemeinsam mit einer neuen oder erweiterten PV-Anlage, nicht allein. Wer europäische Module, Wechselrichter oder Speicher verbaut, bekommt zusätzlich Zuschläge.

Vergeben wird das Geld nicht laufend, sondern in festen Fenstern. Der dritte und letzte Call 2026 lief vom 8. bis 22. Oktober 2026 und ist geschlossen. Laut Wirtschaftsministerium wurden 41.322 Anträge mit rund 192 Millionen Euro Fördervolumen eingereicht, der Call ist damit deutlich überzeichnet. Ein weiterer Call ist im Förderkalender derzeit nicht angesetzt. Ab 2027 soll die Förderung über eine Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes neu aufgestellt werden. Beschlossen ist sie noch nicht, und sie braucht eine Zweidrittelmehrheit. Alle Details zum letzten Fördercall haben wir hier zusammengefasst.

Heizung: Sanierungsbonus gestoppt, Kesseltausch ausgeschöpft

Hier hat sich 2026 am meisten getan.

Zuerst hat es den Sanierungsbonus erwischt. Die Förderung für thermische Sanierung – Fassade, Fenster, Dach – wurde am 2. Februar 2026 für neue Anträge gestoppt. Das Ministerium wollte das Geld auf den Heizungstausch konzentrieren, weil dort pro Euro mehr CO₂ eingespart wird.

Dann war der Kesseltausch dran. Wer von Öl, Gas oder Kohle auf eine Wärmepumpe, eine Holzheizung oder Fernwärme umgestiegen ist, konnte 2026 bis zu 30 Prozent der Kosten gefördert bekommen, als Pauschale von bis zu 7.500 Euro (Wärmepumpe) bzw. 8.500 Euro (Holz). Mitte Juli war das Gesamtbudget der Sanierungsoffensive 2026 von 360 Millionen Euro, aus dem auch der bereits gestoppte Sanierungsbonus bezahlt wurde, vollständig vergeben. Danach waren keine neuen Registrierungen mehr möglich. „Sauber Heizen für Alle“ für einkommensschwache Haushalte ist weiterhin geschlossen.

Seit 2. November 2026 läuft eine Neuauflage des Kesseltauschs für Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser, finanziert aus frei gewordenen Mitteln. Registrieren kann man sich, bis das Budget verbraucht ist, längstens bis 31. Dezember 2026. Die Pauschalen sind niedriger: 4.000 Euro für Nah- oder Fernwärme, 5.000 Euro für eine Wärmepumpe, 6.000 Euro für eine Holzheizung. Gefördert werden Leistungen ab 7. Oktober 2026. Laut Ministerium gelten diese Beträge auch 2027. Was im amtlichen Infoblatt steht, haben wir hier zusammengefasst.

Wer sich vorher registriert hat, behält seinen Anspruch. Allerdings muss der Tausch innerhalb von neun Monaten ab Registrierung umgesetzt und abgerechnet werden.

Für 2027 haben Klima- und Wirtschaftsministerium 500 Millionen Euro angekündigt: 179 Millionen für den Kesseltausch und 321 Millionen für Sanierungen. Anträge sollen ab 4. Jänner 2027 möglich sein, die genauen Förderbestimmungen sollen im Dezember beschlossen werden. Mehr dazu in unserem Artikel zur Sanierungsoffensive 2026.

Landesförderungen laufen weiter

Die Bundesländer haben eigene Programme, und die sind vom Bundes-Stopp nicht automatisch betroffen. Gerade für den Heizungstausch ist das derzeit oft die einzige Förderquelle. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich allerdings stark – je nach Land, Heizsystem und manchmal auch nach Einkommen oder Wohnfläche.

Praktischer Tipp: Vor jeder Entscheidung bei der Energieberatung des eigenen Bundeslandes nachfragen, was gerade offen ist. Die Beratung ist oft kostenlos oder günstig, und beim Kesseltausch für Ein- und Zweifamilienhäuser ist sie für die Registrierung Pflicht, auch in der Neuauflage seit 2. November.

Fazit

Bei der Photovoltaik gibt es 2026 keinen Fördercall mehr, wie es 2027 weitergeht, hängt an der EAG-Novelle. Beim Heizungstausch kann man sich seit 2. November wieder für die Bundesförderung registrieren, solange das Budget reicht. Parallel lohnt der Blick darauf, was das eigene Bundesland anbietet.

Angaben ohne Gewähr, Stand November 2026. Für eine verbindliche Auskunft im Einzelfall empfiehlt sich eine persönliche Energieberatung.

Quellen

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