Wer 2026 in Photovoltaik oder eine neue Heizung investieren will, muss sich die Förderlage genau ansehen. Seit Jahresbeginn hat sich viel verschoben, und das meiste davon nicht zugunsten der Antragsteller:innen. Bei der Photovoltaik gibt es heuer noch eine Chance. Bei der Heizung ist die Bundesförderung für 2026 bereits vergeben.
Photovoltaik: Ein Fördercall ist noch offen
Die Bundesförderung für neue PV-Anlagen läuft über das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) als Investitionszuschuss. Die Anlagen sind nach Größe in vier Kategorien eingeteilt:
- Kategorie A (bis 10 kWp): 150 Euro pro kWp
- Kategorie B (über 10 bis 20 kWp): 140 Euro pro kWp
- Kategorien C und D (größere Anlagen): höchstens 130 bzw. 120 Euro pro kWp, vergeben über Gebote
Ein Stromspeicher wird mit 150 Euro pro kWh nutzbarer Kapazität gefördert – allerdings nur gemeinsam mit einer neuen oder erweiterten PV-Anlage, nicht allein. Wer europäische Module, Wechselrichter oder Speicher verbaut, bekommt zusätzlich Zuschläge.
Vergeben wird das Geld nicht laufend, sondern in festen Fenstern. Die ersten beiden Fördercalls im Frühjahr und im Juni sind vorbei. Der dritte und letzte läuft vom 8. bis 22. Oktober 2026. Das Budget ist diesmal kleiner als im Frühjahr, in den Kategorien A und B gilt „first come, first served“. Wer rechtzeitig alle Unterlagen parat hat, hat bessere Chancen. Alle Details zum letzten Fördercall haben wir hier zusammengefasst.
Heizung: Sanierungsbonus gestoppt, Kesseltausch ausgeschöpft
Hier hat sich 2026 am meisten getan.
Zuerst hat es den Sanierungsbonus erwischt. Die Förderung für thermische Sanierung – Fassade, Fenster, Dach – wurde am 2. Februar 2026 für neue Anträge gestoppt. Das Ministerium wollte das Geld auf den Heizungstausch konzentrieren, weil dort pro Euro mehr CO₂ eingespart wird.
Dann war der Kesseltausch dran. Wer von Öl, Gas oder Kohle auf eine Wärmepumpe, eine Holzheizung oder Fernwärme umgestiegen ist, konnte 2026 bis zu 30 Prozent der Kosten gefördert bekommen, als Pauschale von bis zu 7.500 Euro (Wärmepumpe) bzw. 8.500 Euro (Holz). Mitte Juli war das Gesamtbudget der Sanierungsoffensive 2026 von 360 Millionen Euro, aus dem auch der bereits gestoppte Sanierungsbonus bezahlt wurde, vollständig vergeben. Seither sind keine neuen Registrierungen mehr möglich. Auch „Sauber Heizen für Alle“ für einkommensschwache Haushalte ist geschlossen.
Wer sich vorher registriert hat, behält seinen Anspruch. Allerdings muss der Tausch innerhalb von neun Monaten ab Registrierung umgesetzt und abgerechnet werden.
Für 2027 sind wieder 360 Millionen Euro angekündigt, diesmal aufgeteilt auf Kesseltausch (179 Mio.) und thermische Sanierung (181 Mio.). Die Details stehen noch aus. Mehr dazu in unserem Artikel zur Sanierungsoffensive 2026.
Landesförderungen laufen weiter
Die Bundesländer haben eigene Programme, und die sind vom Bundes-Stopp nicht automatisch betroffen. Gerade für den Heizungstausch ist das derzeit oft die einzige Förderquelle. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich allerdings stark – je nach Land, Heizsystem und manchmal auch nach Einkommen oder Wohnfläche.
Praktischer Tipp: Vor jeder Entscheidung bei der Energieberatung des eigenen Bundeslandes nachfragen, was gerade offen ist. Die Beratung ist oft kostenlos oder günstig, und 2026 war sie beim Kesseltausch für Ein- und Zweifamilienhäuser schon für die Registrierung Pflicht. Ob das 2027 so bleibt, steht noch nicht fest.
Fazit
Bei der Photovoltaik lohnt es sich, den Oktober-Call nicht zu verpassen. Beim Heizungstausch ist 2026 beim Bund gelaufen. Wer nicht unter Zeitdruck steht, bereitet sich jetzt auf 2027 vor und schaut parallel, was das eigene Bundesland anbietet.
Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Für eine verbindliche Auskunft im Einzelfall empfiehlt sich eine persönliche Energieberatung.
Quellen
- EAG-Abwicklungsstelle: https://www.eag-abwicklungsstelle.at/
- BMLUK – Sanierungsoffensive 2026: alle Fördermittel abgeholt
- oesterreich.gv.at – Sanierungsoffensive 2026 (inkl. Stopp Sanierungsbonus)
- WKO: EAG-Investitionszuschuss 2026

