Im Oktober 2025 wurde die Sanierungsoffensive mit großen Zahlen gestartet: 1,8 Milliarden Euro bis 2030, 360 Millionen pro Jahr. Ein Jahr später sieht die Lage deutlich nüchterner aus. Der Sanierungsbonus ist seit Februar gestoppt, und seit Mitte Juli ist auch das Geld für den Kesseltausch vergeben. Wer jetzt erst mit der Planung anfängt, bekommt heuer vom Bund nichts mehr.
Was das konkret bedeutet – und für wen es trotzdem noch Möglichkeiten gibt.
Was 2026 passiert ist
Die Sanierungsoffensive stand ursprünglich auf zwei Beinen: dem Kesseltausch (fossile Heizung raus, erneuerbare rein) und dem Sanierungsbonus für Dämmung, Fenster und Co.
Das zweite Bein ist schnell weggebrochen. Mit 2. Februar 2026 hat das Ministerium den Sanierungsbonus für neue Anträge gestoppt. Die Begründung: Beim Heizungstausch spart jeder Förder-Euro deutlich mehr CO₂ ein als bei der thermischen Sanierung. Für die Fensterbranche und viele Hausbesitzer mit halbfertigen Plänen war das ein ziemlicher Schlag.
Übrig blieb der Kesseltausch – und der war dann umso gefragter. Am 13. Juli meldete das Klimaministerium (BMLUK), dass die 360 Millionen Euro für 2026 vollständig vergeben sind. Laut Ministerium steigen damit rund 53.000 Haushalte von Öl- und Gasheizungen auf klimafreundliche Alternativen um. Auch „Sauber Heizen für Alle“, das Programm für einkommensschwache Haushalte, ist geschlossen.
Dazu kommt: Schon zum Start war die Förderung deutlich knapper als früher. Statt bis zu 75 Prozent der Kosten wie in den Vorjahren gab es 2026 höchstens 30 Prozent. Minister Totschnig hat das damals offen als Sparmaßnahme kommuniziert.
Ich habe mich schon registriert – was jetzt?
Dann ist die Förderung reserviert. Laufende Registrierungen und bereits eingereichte Anträge werden normal weiter abgewickelt.
Der Haken ist die Frist. Ab dem Tag der Registrierung ist das Fördergeld neun Monate (273 Tage) reserviert. In dieser Zeit muss der Tausch umgesetzt und der Antrag mit allen Rechnungen eingereicht sein. Wer sich zum Beispiel im Juni registriert hat, muss spätestens im März 2027 fertig sein. Auf eine Verlängerung sollte man nicht bauen. Laut Vertragsbedingungen ist eine Friständerung nur in begründeten Ausnahmefällen und im Einvernehmen mit der KPC möglich; ob das im Einzelfall greift, kann nur die KPC beantworten. Bei vollen Auftragsbüchern der Installateure kann das knapp werden, deshalb besser jetzt den Termin fixieren als im Jänner.
Eine Sache wird oft verwechselt: Die Registrierung passiert vor dem Umbau, der eigentliche Antrag erst danach, wenn die Heizung läuft und die Rechnungen da sind.
Ich habe mich nicht registriert – gibt es noch Alternativen?
Beim Bund für 2026: nein. Aber ganz leer geht man nicht unbedingt aus.
- Landesförderungen laufen in den meisten Bundesländern weiter, unabhängig vom Bund. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich stark, teilweise sind es nur ein paar tausend Euro, teilweise deutlich mehr.
- Gemeindeförderungen gibt es in manchen Orten zusätzlich. Die sind klein, werden aber oft vergessen.
- Für Photovoltaik und Stromspeicher läuft eine eigene Bundesförderung über das EAG. Der letzte Fördercall 2026 startet am 8. Oktober – die Details dazu haben wir hier zusammengefasst.
Die erste Anlaufstelle ist meist die Energieberatung des eigenen Bundeslandes. Die weiß, was gerade offen ist – und das ändert sich leider manchmal schneller, als Websites aktualisiert werden.
Was für 2027 geplant ist
Das Ministerium hat angekündigt, dass der Rahmen von 360 Millionen Euro auch 2027 und 2028 ohne Kürzung bleibt. Neu ist die Aufteilung: 179 Millionen für den Kesseltausch, 181 Millionen für die thermisch-energetische Sanierung. Die Dämmung bekommt also wieder ein eigenes Budget.
Was noch fehlt, sind die Details. Wie hoch die Pauschalen sein werden, ab wann man sich registrieren kann, ob der 30-Prozent-Deckel bleibt – das ist offiziell noch nicht bekannt. In der Branche rechnen viele eher mit niedrigeren Sätzen als 2026. Bestätigt ist das aber nicht.
Eines kann man aus 2026 sicher lernen: Das Geld war nach rund siebeneinhalb Monaten weg. Wer 2027 fördern lassen will, sollte am Start bereit sein – Energieberatung erledigt, Angebot in der Hand, Unterlagen vorbereitet. 2026 war bei Ein- und Zweifamilienhäusern schon für die Registrierung ein Energieberatungsprotokoll nötig. Gut möglich, dass das 2027 wieder verlangt wird, bestätigt ist es aber noch nicht.
Kurz gesagt
2026 ist beim Bund gelaufen. Wer registriert ist, sollte die Neun-Monats-Frist im Blick behalten. Wer nicht registriert ist, schaut sich die Landesförderung an oder bereitet sich auf 2027 vor. Und wer eine alte Öl- oder Gasheizung hat, die noch läuft, muss nicht in Panik verfallen – einen Zwang zum Tausch gibt es nicht. Mehr dazu in unserem Artikel zum Ölheizungstausch 2026.
Stand: Oktober 2026. Förderbedingungen können sich kurzfristig ändern.
Quellen
- Allgemeine Vertragsbedingungen Kesseltausch 2026 (Punkt 11, Fristen): sanierungsoffensive.gv.at (PDF)
- BMLUK: Sanierungsoffensive 2026 – alle Fördermittel abgeholt (13.07.2026)
- BMLUK, Presseaussendung Oktober 2025: 1,8 Milliarden Euro für Kesseltausch und Sanierungsbonus
- https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/umwelt_und_klima/energie_und_ressourcen_sparen/1/sanierungsoffensive
- Offizielle Förderseite: sanierungsoffensive.gv.at


