Man kennt das: Der Füllstand im Lager ist plötzlich niedriger als gedacht, draußen hat es fünf Grad, und alle anderen haben offenbar dieselbe Idee. Pellets im Oktober zu bestellen ist nicht verboten. Es ist nur selten der günstigste Moment.
Was beim Kauf zählt, steht unten. Und warum man ins Pelletlager nicht einfach so hineinspaziert, auch.
Was Pellets gerade kosten
proPellets Austria, der Branchenverband, erhebt jeden Monat den Durchschnittspreis bei über 50 Händlern. Stichtag 1. September 2026: 419 Euro pro Tonne bei einer Liefermenge von 6 Tonnen, das sind 8,74 Cent pro kWh. Dazu kommt im Schnitt eine Einblaspauschale von rund 54 Euro pro Lieferung. Der Oktober-Wert erscheint um den 15. des Monats.
Billig ist das nicht mehr. Nach dem Pelletpreisindex des Verbands lagen die Preise im September rund ein Drittel über dem Vorjahresmonat (eigene Rechnung aus den Indexwerten). Die Arbeiterkammer Wien hat im Juli ebenfalls von über 30 % Anstieg binnen eines Jahres berichtet. Im Vergleich zu Heizöl und Gas schneiden Pellets laut proPellets trotzdem deutlich besser ab: Für September nennt der Verband 16,78 ct/kWh für Gas und 17,11 ct/kWh für Heizöl. Das sind Zahlen eines Interessenverbands, die man als solche lesen sollte.
Wann bestellen?
Im Frühjahr. In den meisten Jahren waren April und Mai laut proPellets im Schnitt 5 bis 10 % günstiger als Herbst und Winter, weil die Händler ihre Lager für die neue Saison freiräumen. 2022 lief es anders, da stiegen die Preise das ganze Jahr. Eine Garantie gibt’s also nicht, nur eine Tendenz.
Wer jetzt bestellen muss: Mehrere Angebote einholen, auf die Einblaspauschale und eventuelle Kleinmengenzuschläge schauen. Und vorsichtig bei Webshops, die auffällig günstiger sind als alle anderen und nur Vorkasse akzeptieren. Vor solchen Fake-Shops warnt auch der Verband.
Wie viel passt rein, wie viel braucht man?
Ein Kilo Pellets enthält rund 4,8 kWh. Als Umrechnung von der alten Ölheizung: etwa 2 kg Pellets pro Liter Heizöl. Wer früher 2.000 Liter Öl im Jahr gebraucht hat, landet bei rund 4 Tonnen Pellets. Mit dem Septemberpreis wären das knapp 1.700 Euro plus Einblaspauschale.
Fürs Lager gibt es eine Faustregel: Heizlast in kW mal 0,9 ergibt das Raumvolumen in m³, inklusive Leerraum. Eine Tonne braucht etwa 1,5 m³. Bei 15 kW Heizlast sind das 13,5 m³ Raum für rund 6 Tonnen, also eine Jahresmenge in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus.
Woran man gute Pellets erkennt
Die Norm heißt ÖNORM EN ISO 17225-2, für Haushaltskessel ist die Klasse A1 gedacht. Das Zertifikat ENplus prüft zusätzlich Produktion und Lieferkette. Steht auf dem Lieferschein ein ENplus-Logo mit einer Händler-ID (in Österreich beginnend mit „AT 3“), ist das ein gutes Zeichen. Mit freiem Auge: hell, glänzend, wenig Staub, nicht länger als 45 mm.
Das Lager ist kein Abstellraum
Pellets geben im Lager Kohlenmonoxid ab, vor allem in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Befüllung. CO riecht man nicht. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hat mehrere teils tödliche Vergiftungen dokumentiert. Laut proPellets verhindert ein korrekt errichtetes und belüftetes Lager eine gefährliche Konzentration, die Regeln für das Betreten gelten trotzdem.
Vor dem Betreten Heizung abschalten, mindestens 15 Minuten lüften, ein CO-Warngerät mitnehmen und eine zweite Person draußen lassen. An die Tür gehört ein Warnschild. Ein CO-Melder gehört übrigens in den Raum vor dem Lager, nicht hinein. Im Einfamilienhaus reicht laut Verband in der Regel ein belüfteter Deckel am Befüllstutzen.
Alle zwei Jahre sollte das Lager ganz leer laufen und gereinigt werden, sonst sammelt sich unten der Staub. Für den Lieferwagen: Zufahrt mindestens 3 m breit und 4 m hoch, der Befüllstutzen höchstens rund 30 m vom Wagen entfernt. Wer den Lagerraum plant oder umbaut: Die alte ÖNORM M 7137 ist zurückgezogen, heute gilt die ÖNORM EN ISO 20023.
Lager-Check vor der nächsten Lieferung
Fünf Punkte, die Sie in zehn Minuten selbst anschauen können. Alle stammen aus den Lagerraumempfehlungen von proPellets.
- Befüllstutzen höchstens rund 2 m über dem Boden, geerdet, mit belüftetem Deckel
- Prallschutzmatte gegenüber dem Einblasstutzen (abriebfestes Material, etwa 1,5 × 1,5 m), damit die Pellets nicht gegen die Wand knallen und zerbröseln
- Schrägboden mit rund 40 Grad, damit die Pellets zur Entnahme rutschen
- kein Licht und keine elektrischen Geräte im Lager
- Warnschild zur CO-Gefahr an der Tür
Fehlt etwas davon, ist das noch kein Notfall. Aber es lohnt sich, beim nächsten Wartungstermin danach zu fragen. Das Thema Brandschutz (der Lagerraum muss nach OIB-Vorgaben brandbeständig abgetrennt sein) gehört bei einem Neu- oder Umbau ohnehin in die Hände der Planerin oder des Installateurs.
Und die Asche? Ein- bis zweimal im Jahr leeren, sie kommt in den Restmüll. Einmal im Jahr gehört der Kessel zur Wartung.
Wer erst von Öl oder Gas auf Pellets umsteigen will: Welche Bundesländer den Heizungstausch derzeit fördern, steht in unserer Übersicht Bundesförderung weg: Diese Bundesländer fördern den Heizungstausch weiter.
Preise Stand: September 2026.
Quellen
- proPellets Austria: Aktuelle Pelletpreise, Kostencheck September 2026, Pelletpreisindex PPI06 (XLSX): https://www.propellets.at/assets/upload/Pelletpreise/2026/PPI06.xlsx
- proPellets: Pellet-Lagerung, Anforderungen an das Lager, Lagerraumempfehlungen (PDF), Sichere Lagerung
- proPellets: Qualität von Holzpellets und Häufige Fragen; Warnung vor Fake-Shops: https://www.propellets.at/pellets-kaufen-aber-sicher
- AK Wien, 02.07.2026: Heizöl und Pellets
- BfR: Giftige Gase aus dem Pelletbunker vermeiden
- Austrian Standards, ÖNORM M 7137 (zurückgezogen): https://www.austrian-standards.at/en/shop/onorm-m-7137-2012-10-01~p1963899

