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Heizkostenzuschuss 2026/27: Welche Länder schon zahlen – und wo man noch warten muss

Stand: 5. Oktober 2026. Die Heizsaison hat begonnen, und mit ihr die Fragen nach dem Heizkostenzuschuss. Eine einheitliche Antwort für ganz Österreich gibt es nicht: Der Zuschuss ist Ländersache, und die Länder sind unterschiedlich weit. Fest steht derzeit: Die Steiermark nimmt seit 1. Oktober Anträge an, in Tirol läuft die Frist am 31. Oktober ab, das Burgenland arbeitet mit einem eigenen Modell. Niederösterreich und Oberösterreich haben für 2026/27 noch nichts veröffentlicht.

Ein Hinweis vorab: Im Netz kursieren viele Übersichten, die noch die Beträge und Fristen der Saison 2025/26 zeigen. Wer danach plant, verpasst unter Umständen eine Frist oder rechnet mit einem Betrag, den es so nicht mehr gibt. Die folgenden Angaben stammen von den Websites und Presseaussendungen der Länder.

Was gilt: die Länder im Einzelnen

1. Steiermark: 340 Euro, Antrag bis 26. Februar 2027

Das Land Steiermark hat den Heizkostenzuschuss für 2026/27 mit 340 Euro pro Haushalt festgelegt. Anträge sind vom 1. Oktober 2026 bis 26. Februar 2027 möglich, und zwar beim Gemeindeamt der Wohnsitzgemeinde. In Graz sind die Servicestellen der Stadt zuständig.

Die Einkommensgrenzen wurden gegenüber dem Vorjahr angehoben. Maßgeblich ist das monatliche Nettoeinkommen des Haushalts:

  • Einpersonenhaushalt: bis 1.827 Euro (bisher 1.661 Euro)
  • Ehepaar bzw. Haushaltsgemeinschaft: bis 2.741 Euro (bisher 2.492 Euro)
  • Zuschlag je Kind mit Familienbeihilfe: 548 Euro (bisher 498 Euro)

Weitere Voraussetzungen: mindestens fünf Jahre Hauptwohnsitz in der Steiermark und eine Meldung an der Antragsadresse seit spätestens 24. September 2026. Laut Landesaussendung richtet sich der Zuschuss an österreichische Staatsbürger sowie EU- und EWR-Bürger. Wer zwischen 1. Oktober 2026 und 31. März 2027 Wohnunterstützung bezieht, ist ausgeschlossen.

Anerkannt werden fast alle Heizformen: Holz, Pellets, Heizöl, Kohle, Gas, Fern- und Nahwärme, Elektroheizung und Wärmepumpe, außerdem Heizkosten, die über die Betriebskosten abgerechnet werden. Zum Antrag gehören Meldebestätigungen aller Haushaltsmitglieder, aktuelle Einkommensnachweise und eine Heizkostenrechnung samt Zahlungsnachweis. Für 2026/27 stehen bis zu 6,3 Millionen Euro bereit. Im Vorjahr erhielten 17.533 Haushalte den Zuschuss.

2. Tirol: 250 Euro, Frist endet am 31. Oktober 2026

Wer in Tirol noch keinen Antrag gestellt hat, sollte das in den nächsten Wochen erledigen. Der Tiroler Heizkostenzuschuss 2026/27 beträgt 250 Euro pro Haushalt, die Antragsfrist läuft seit 1. Mai und endet am 31. Oktober 2026. Das Land empfiehlt das Online-Formular, Papieranträge sind weiterhin möglich. Die Einkommensgrenzen (netto pro Monat, Haushalt):

  • 1 Person: 1.435 Euro
  • 2 Personen: 2.265 Euro
  • 3 Personen: 2.665 Euro
  • 4 Personen: 2.965 Euro
  • jede weitere Person: plus 300 Euro

Wer im Vorjahr den Zuschuss bekommen hat, erhält vorausgefüllte Formulare. Pensionistinnen und Pensionisten mit Ausgleichszulage, die ihn im Vorjahr bezogen haben, bekommen ihn laut Land automatisch, ohne neuen Antrag. Beratung bietet das Tiroler Hilfswerk an.

3. Burgenland: Wärmepreisdeckel statt Pauschale

Das Burgenland zahlt keinen fixen Betrag, sondern deckelt die Heizkosten im Verhältnis zum Einkommen. Als zumutbar gelten je nach Haushaltseinkommen 3, 5 oder 7 Prozent davon (Einkommensstufen bis 23.000, 33.000 und 43.000 Euro Bemessungsgrundlage im Jahr). Was darüber liegt, wird gefördert. Gerechnet wird dabei nur mit 90 Prozent der tatsächlichen Heizkosten. Die Förderung liegt zwischen 50 und 1.000 Euro; in der untersten Einkommensstufe gibt es mindestens 200 Euro.

Wichtig für Haushalte mit Öl- oder Gasheizung: Sie müssen einer Energieberatung zustimmen. Anträge für 2026 sind noch bis 31. Dezember 2026 möglich, online oder bei der Gemeinde.

4. Vorarlberg: Start am 19. Oktober angekündigt

Vorarlberg will Anträge ab 19. Oktober 2026 entgegennehmen, berichtet der ORF Vorarlberg; die Frist soll bis 12. Februar 2027 laufen. Zu Höhe und Einkommensgrenzen gibt es bisher nur Medienberichte. Wir nennen die Werte deshalb hier nicht und ergänzen sie, sobald das Land die Richtlinie veröffentlicht. Beantragt wird laut ORF bei der Wohngemeinde.

5. Salzburg: Antragsfrist ist abgelaufen

Der Salzburger Heizkostenzuschuss 2026 (250 Euro pro Haushalt) galt für die Heizperiode 2025/26 und konnte bis 30. September 2026 beantragt werden. Zu einer neuen Runde ist auf der Landesseite noch nichts zu finden. Zur Orientierung: Die Runde 2026 lief ab 1. Jänner.

Was noch nicht feststeht

Niederösterreich: Auf der Landesseite steht noch der Zuschuss für 2025/26 (150 Euro, Antrag ab 22. Oktober 2025 bei der Hauptwohnsitzgemeinde). Für 2026/27 ist dort noch nichts veröffentlicht.

Oberösterreich: Auch hier zeigt die Landesseite noch die alte Saison. Für 2025/26 gab es 200 Euro pro Haushalt, beantragt wurde online zwischen 16. März und 15. Mai 2026. Oberösterreich vergibt also eher am Ende der Heizsaison. Wer jetzt noch nichts findet, hat nichts versäumt.

Kärnten: Die frühere Heizzuschussaktion ist inzwischen in die Wohnbeihilfe NEU übergegangen. Eine neue, separat ausgewiesene Regelung für 2026/27 konnten wir bis Redaktionsschluss auf der Landesseite nicht finden.

Wien: Einen pauschalen Heizkostenzuschuss gibt es in Wien derzeit nicht. Die Stadt bietet über die MA 40 eine Energieunterstützung im Einzelfall an, etwa bei Zahlungsrückständen für Strom, Gas, Fernwärme oder Heizöl. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, zum Beispiel im Sozialzentrum des Bezirks.

Wenn die Rechnung trotzdem nicht bezahlbar ist

Der Heizkostenzuschuss ist eine einmalige Hilfe für niedrige Einkommen, kein Ersatz für eine Lösung bei echten Zahlungsproblemen. Für diesen Fall gibt es zwei Anlaufstellen, die oft übersehen werden.

Erstens der Wohnschirm Energie des Sozialministeriums. Er übernimmt in Härtefällen Energieschulden, wenn eine Abschaltung droht oder bereits erfolgt ist, und zwar nach einer Beratung. Das Programm wurde im April 2026 bis Ende 2029 verlängert. Eine Pauschale ist das nicht, sondern Einzelfallhilfe. Die Beratungsstellen sind auf wohnschirm.at aufgelistet.

Zweitens der Energieversorger selbst. Ratenvereinbarungen sind möglich und meistens günstiger, als eine Mahnung liegen zu lassen. Wer prüfen will, ob sich am Tarif etwas machen lässt, findet in unserem Beitrag zur Stromrechnung die einzelnen Posten erklärt. Und was sich ohne Umbau am Verbrauch ändern lässt, steht in Heizkosten senken ohne Umbau.

Was Sie tun sollten

  1. Im eigenen Bundesland nachsehen, ob die Saison 2026/27 schon geöffnet ist, und zwar auf der Landesseite, nicht in einer Vergleichstabelle von Dritten.
  2. Unterlagen sammeln, bevor der Antrag startet: Meldezettel, Einkommensnachweise der letzten Monate, eine aktuelle Heizkostenrechnung mit Zahlungsbeleg.
  3. Einkommen netto ausrechnen und mit der Grenze vergleichen. Sonderzahlungen und Familienbeihilfe werden je nach Land unterschiedlich behandelt; im Zweifel bei der Gemeinde nachfragen.
  4. Den Antrag nicht auf die letzte Woche schieben. Wer früh einreicht, hat noch Zeit, wenn ein Nachweis fehlt oder die Gemeinde etwas nachfordert.

Die wichtigsten Fristen

  • Vorarlberg: Antragsstart 19. Oktober 2026 (angekündigt)
  • Tirol: Antragsende 31. Oktober 2026
  • Burgenland (Wärmepreisdeckel 2026): Antragsende 31. Dezember 2026
  • Steiermark: Antragsende 26. Februar 2027
  • Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten: Termine für 2026/27 noch offen

Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr.

Quellen

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