StartRatgeberStromrechnung verstehen: Energie, Netz, Abgaben (Stand 2026)

Stromrechnung verstehen: Energie, Netz, Abgaben (Stand 2026)

Stand: 26. September 2026

Eine Stromrechnung in Österreich besteht aus drei Blöcken: dem Energiepreis des Lieferanten, den Netzentgelten des Netzbetreibers und den Steuern und Abgaben. Nur den ersten Block können Sie durch einen Wechsel beeinflussen. Die beiden anderen sind reguliert bzw. gesetzlich festgelegt.

Das klingt trocken. Es erklärt aber, warum eine Ersparnis beim Anbieterwechsel nie so groß ausfällt, wie manche Werbung suggeriert – und warum sich die Rechnung manchmal ändert, obwohl man nichts gemacht hat.

1. Energiepreis

Arbeitspreis pro Kilowattstunde plus meist eine Grundgebühr. Festgelegt vom Lieferanten. Wer den Lieferanten wechselt, ändert nur diesen Teil. Der Netzbetreiber bleibt derselbe, weil er an den Standort gebunden ist.

2. Netzentgelte

Für den Transport des Stroms. Die Höhe legt die E-Control fest, getrennt nach Netzgebieten – Wiener Netze, Netz Niederösterreich, TINETZ und so weiter. Enthalten sind unter anderem das Netznutzungsentgelt, das Messentgelt für den Zähler und Verlustentgelte. Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich.

Ob Energie und Netz auf einer gemeinsamen Rechnung stehen oder auf zwei getrennten, hängt vom Lieferanten ab. An der Aufteilung ändert es nichts.

3. Steuern und Abgaben

Für alle gleich, egal bei welchem Anbieter:

  1. Elektrizitätsabgabe. Für Haushalte 2026 auf 0,1 Cent pro kWh gesenkt (zuvor 1,5 Cent). Rechtsgrundlage ist eine Änderung des Elektrizitätsabgabegesetzes, BGBl. I Nr. 95/2025. Die Senkung ist auf das Jahr 2026 befristet.
  2. Erneuerbaren-Förderpauschale (Fixbetrag) und Erneuerbaren-Förderbeitrag (verbrauchsabhängig). Finanzieren den Ökostromausbau.
  3. Gebrauchsabgabe. Eine Gemeindeabgabe, nicht überall.
  4. Umsatzsteuer von 20 Prozent – auf alles, auch auf Netzentgelte und Abgaben.

Einkommensschwache Haushalte können unter bestimmten Voraussetzungen von den Erneuerbaren-Förderkosten befreit werden. Informationen dazu gibt es bei der E-Control.

Fest steht, nicht fest steht

Fest steht: Für 2026 gilt der reduzierte Satz der Elektrizitätsabgabe. Die Netzentgelte für 2026 sind festgelegt.

Nicht fest steht: ob die Senkung der Elektrizitätsabgabe über 2026 hinaus verlängert wird. Bleibt es beim Gesetz, gilt ab Jänner 2027 wieder der volle Satz von 1,5 Cent. Bei 3.500 kWh wären das netto rund 49 Euro mehr pro Jahr, mit Umsatzsteuer knapp 59 Euro. Das sollte man bei den Teilbeträgen für 2027 im Hinterkopf haben.

Welche Angaben Sie aufheben sollten

Die Zählpunktbezeichnung: 33 Stellen, beginnt mit „AT“. Ohne sie geht kein Anbieterwechsel, keine Anmeldung einer PV-Anlage, keine Registrierung im Smart-Meter-Portal.

Den Jahresverbrauch in kWh, am besten mehrere Jahre im Vergleich.

Und das Ablesedatum samt Hinweis, ob abgelesen oder geschätzt wurde. Bei geschätzten Werten kann ein eigenes Foto vom Zähler später hilfreich sein.

Prüfen in fünf Minuten

  1. Zeitraum korrekt?
  2. Zählerstände plausibel?
  3. Vereinbarter Tarif und gegebenenfalls Rabatt berücksichtigt?
  4. Gesamtbetrag geteilt durch Verbrauch: Was zahlen Sie brutto pro kWh? Je nach Netzgebiet und Tarif liegen viele Haushalte 2026 grob bei 25 bis 30 Cent.

Wer deutlich darüber liegt, sollte den Energiepreis vergleichen. Das Werkzeug dafür ist der Tarifkalkulator der E-Control.

Rechte, die man kennen sollte

Bei einer Preiserhöhung muss der Lieferant rechtzeitig informieren. Sie haben dann ein Widerspruchsrecht. Bei Zahlungsschwierigkeiten gibt es ein Recht auf Ratenzahlung und die Grundversorgung. Bei Streitigkeiten mit Lieferant oder Netzbetreiber ist die Schlichtungsstelle der E-Control zuständig. Das Verfahren ist für Konsumenten kostenlos.

Quellen

Trend der Woche

Kippfenster zu, Stoßlüften auf: So lüften Sie im Winter richtig

Wie oft und wie lange im Winter lüften? Warum Kippfenster schaden, welche Luftfeuchtigkeit ideal ist und was bei ersten Schimmelflecken hilft.

Innendämmung im Altbau: Wann sie sinnvoll ist und wo sie Schaden anrichten kann

Wenn außen nicht gedämmt werden kann: Wann Innendämmung passt, warum Tauwasser das Hauptrisiko ist, welche Systeme es gibt und wie dick sie sein sollte.

Heizkosten senken ohne Umbau – was Mieter wirklich tun können

Ein Grad weniger spart rund 6 %. Welche Maßnahmen Mieter und Eigentümer ohne Handwerker umsetzen können – und welche Tipps überschätzt werden.

PV-Anlage reinigen: Wann Regen reicht und wann nicht

Schmutz kostet meist nur wenige Prozent Ertrag. Wann Regen reicht, wie Sie Verschmutzung in den Ertragsdaten erkennen und warum Reiniger Module schädigen.

Heizstab in der Wärmepumpe: Warum er selten laufen sollte – und wie man es merkt

Der Heizstab macht aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme. Warum er in guten Anlagen kaum läuft, was ihn oft anspringen lässt und wie Sie den Anteil prüfen.

Themen

Kippfenster zu, Stoßlüften auf: So lüften Sie im Winter richtig

Wie oft und wie lange im Winter lüften? Warum Kippfenster schaden, welche Luftfeuchtigkeit ideal ist und was bei ersten Schimmelflecken hilft.

Innendämmung im Altbau: Wann sie sinnvoll ist und wo sie Schaden anrichten kann

Wenn außen nicht gedämmt werden kann: Wann Innendämmung passt, warum Tauwasser das Hauptrisiko ist, welche Systeme es gibt und wie dick sie sein sollte.

Heizkosten senken ohne Umbau – was Mieter wirklich tun können

Ein Grad weniger spart rund 6 %. Welche Maßnahmen Mieter und Eigentümer ohne Handwerker umsetzen können – und welche Tipps überschätzt werden.

PV-Anlage reinigen: Wann Regen reicht und wann nicht

Schmutz kostet meist nur wenige Prozent Ertrag. Wann Regen reicht, wie Sie Verschmutzung in den Ertragsdaten erkennen und warum Reiniger Module schädigen.

Heizstab in der Wärmepumpe: Warum er selten laufen sollte – und wie man es merkt

Der Heizstab macht aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme. Warum er in guten Anlagen kaum läuft, was ihn oft anspringen lässt und wie Sie den Anteil prüfen.

Leistungspreis ab 2027: Wer beim Stromnetz künftig mehr zahlt – und wer weniger

Ab 2027 plant die E-Control einen Leistungspreis bei den Netzentgelten. Wer weniger zahlt, wer mehr – mit Rechenbeispielen für Wärmepumpe und E-Auto.

Bis zu 600 Euro für die Steuerzentrale: Die neue Förderung für Energiemanagement im Haushalt

Der Klima- und Energiefonds fördert Energiemanagementsysteme mit bis zu 600 Euro. Bedingungen, 5-Jahres-Pflicht, Ablauf und Stolpersteine im Überblick.

Ähnliche Artikel

Beliebte Kategorien