Kurz vorab, weil es wichtig ist: Die Bundesförderung für den Kesseltausch ist für 2026 seit Mitte Juli ausgeschöpft. Neue Registrierungen sind nicht mehr möglich. Für 2027 ist wieder Budget angekündigt. Dieser Leitfaden erklärt, wie das System funktioniert – damit man beim nächsten Start nicht zu spät dran ist.
Wie die Bundesförderung funktioniert
Gefördert wird nicht die Wärmepumpe an sich, sondern der Umstieg. Also: Eine fossile Heizung (Öl, Gas, Kohle bzw. Koks) fliegt raus, eine klimafreundliche kommt rein. Wer im Neubau eine Wärmepumpe einbaut oder eine alte Wärmepumpe tauscht, fällt nicht in dieses Programm.
Der Ablauf hat zwei Schritte, und genau hier passieren die meisten Fehler.
1. Registrierung – vor dem Umbau. Online auf sanierungsoffensive.gv.at. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern braucht es dafür schon ein Protokoll einer Energieberatung. Mit der Registrierung wird das Fördergeld reserviert.
2. Antrag – nach dem Umbau. Wenn die Wärmepumpe läuft und alle Rechnungen da sind, wird der eigentliche Antrag gestellt. Dafür hat man ab der Registrierung neun Monate Zeit.
Wer die Reihenfolge umdreht, also zuerst einbaut und sich dann registrieren will, bekommt nichts. Das klingt banal. Passiert aber trotzdem ständig, gerade wenn die alte Heizung im Winter plötzlich ausfällt.
Was 2026 gezahlt wurde
Die Förderung kam als Pauschale, gedeckelt bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Privatpersonen im Ein- oder Zweifamilienhaus sah das 2026 ungefähr so aus:
- Wärmepumpe (Luft-, Sole- oder Wasser-Wasser): bis zu 7.500 Euro
- Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem Kältemittel-GWP zwischen 150 und 750 (Monoblock bis 50 kW, Split bis 12 kW): Förderung um 20 % gekürzt, also höchstens 6.000 Euro
- Zuschlag für eine Tiefenbohrung (Erdwärme): bis zu 5.000 Euro
Der Deckel ist dabei oft wichtiger als die Pauschale. Eine Luft-Wärmepumpe um 18.000 Euro bringt 30 Prozent, also 5.400 Euro – egal, was als Höchstbetrag irgendwo steht.
Zum Vergleich: In den Jahren davor waren bis zu 75 Prozent möglich. 2026 war also kein besonders großzügiges Förderjahr, auch wenn das in vielen Ratgebern anders klingt.
Welche Wärmepumpe passt?
Das ist keine Förderfrage, sondern eine Frage des Hauses.
Luft-Wasser-Wärmepumpe: Die häufigste Lösung. Vergleichsweise günstig, meist 18.000 bis 32.000 Euro inklusive Einbau, keine Bohrung nötig. Im Winter sinkt die Effizienz, wenn es draußen richtig kalt wird. Und das Außengerät macht Geräusche – bei engen Grundstücken ein Thema mit den Nachbarn.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Deutlich effizienter, weil das Erdreich auch im Jänner relativ warm ist. Dafür teurer, oft 28.000 bis 50.000 Euro, weil gebohrt oder ein Flächenkollektor verlegt werden muss. Die Bohrung braucht je nach Region eine Genehmigung.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Sehr effizient, aber nur möglich, wenn Grundwasser in passender Tiefe und Qualität verfügbar ist. In der Praxis eher die Ausnahme.
Funktioniert das im Altbau?
Oft ja. Aber nicht immer so problemlos, wie es manchmal verkauft wird.
Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, also wie heiß das Wasser in den Heizkörpern sein muss, damit es warm wird. Eine Wärmepumpe arbeitet am besten bei niedrigen Temperaturen, etwa 35 bis 45 Grad. Alte, kleine Heizkörper in einem schlecht gedämmten Haus brauchen oft mehr. Dann läuft die Wärmepumpe zwar, aber teuer.
Ein einfacher Test: In einer kalten Woche die Vorlauftemperatur der alten Heizung schrittweise senken und schauen, ab wann es in den Räumen ungemütlich wird. Das ersetzt keine Heizlastberechnung, gibt aber ein Gefühl dafür. Manchmal reicht es, zwei, drei Heizkörper gegen größere zu tauschen. Manchmal ist eine Pelletheizung die ehrlichere Lösung.
Wärmepumpe plus Solar?
Die Kombination mit Photovoltaik ist naheliegend: Der Strom vom Dach deckt einen Teil des Wärmepumpen-Verbrauchs. Das funktioniert vor allem in der Übergangszeit und beim Warmwasser gut. Im Hochwinter, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht, liefert die PV-Anlage am wenigsten. Wunder sollte man sich also nicht erwarten.
Für PV und Speicher gibt es eine eigene Bundesförderung über das EAG, die unabhängig von der Sanierungsoffensive läuft. Der letzte Fördercall 2026 startet am 8. Oktober.
Wie man sich auf 2027 vorbereitet
Das Ministerium hat für 2027 wieder 360 Millionen Euro angekündigt, davon 179 Millionen für den Kesseltausch. Die genauen Förderbedingungen sind noch nicht veröffentlicht.
Weil das Geld 2026 nach rund siebeneinhalb Monaten weg war, lohnt sich Vorbereitung:
- Energieberatung jetzt schon machen – 2026 war das Protokoll für die Registrierung Pflicht, und gut möglich, dass das 2027 wieder so ist
- Zwei, drei Angebote von Installateuren einholen, mit Heizlastberechnung
- Die Landesförderung prüfen, die läuft in vielen Bundesländern parallel weiter
Und wer gar nicht warten kann, weil der Kessel nicht mehr will: Mehr dazu, welche Optionen es dann gibt, steht in unserem Artikel zum Ölheizungstausch 2026.
Was eine Wärmepumpe im Vergleich zur bisherigen Heizung pro Jahr an Energie kostet, lässt sich mit dem Heizkosten-Rechner abschätzen.
Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr.
Quellen
- FAQ Kesseltausch 2026 für Ein-/Zweifamilienhäuser: https://www.sanierungsoffensive.gv.at/fileadmin/user_upload/2026/faq_Kesseltausch_2026_EFH.pdf
- BMLUK – Sanierungsoffensive 2026: alle Fördermittel abgeholt
- Förderpauschalen 2026 im Überblick: finfo.at
- Kosten nach Wärmepumpentyp: branchenblatt.at


