Im Juni waren’s 50 Kilowattstunden am Tag. Jetzt steht in der App eine 1,8. Kaputt?
Nein. Das ist Winter.
Die Sonne steht tief, der Tag ist kurz, und in vielen Gegenden hängt tagelang Nebel. Im Dezember liefert eine typische Anlage nur wenige Prozent ihres Jahresertrags. Der große Teil kommt zwischen April und September. So ist das geplant, auch wenn es beim ersten Winter trotzdem ein bisschen wehtut.
Übrigens: An der Kälte liegt’s nicht. Module mögen Kälte sogar. Ein klarer Tag mit minus fünf Grad ist für die Zellen ideal, bei Hitze sinkt ihre Leistung. Was fehlt, ist Licht.
Was die App sagt – und was es heißt
| Sie sehen | Heißt meistens |
|---|---|
| trüber Tag, 1–3 kWh | normal |
| sonniger Tag, deutlich weniger als an ähnlichen Tagen letzten Winter | anschauen: Verschattung, Fehlermeldung, Strang ausgefallen? |
| mehrere Tage 0 kWh | Schnee auf den Modulen – oder Wechselrichter aus. Anzeige am Gerät prüfen |
| Nachbar am Hang hat viel mehr | Hochnebel im Tal, darüber Sonne. Normal |
| Speicher wird nie voll | normal im Winter |
Die vierte Zeile ist sehr österreichisch. Wer im Donauraum, im Grazer oder Klagenfurter Becken wohnt, kennt die Inversionswetterlage: unten grau, ein paar hundert Meter höher strahlend blau. Die Anlage auf dem Berg liefert dann Winterrekorde, die im Tal fast nichts.
Schnee
Rutscht bei genug Dachneigung meistens von selbst ab, sobald ein bisschen Sonne auf die dunklen Module fällt.
Bitte nicht aufs Dach steigen und abkehren. Ein verschneites Dach ist lebensgefährlich, und die paar Kilowattstunden sind es nicht wert. Außerdem zerkratzt man mit Schaufel oder hartem Besen leicht die Oberfläche. Über das Jahr gesehen kostet Schnee in Österreich wenig Ertrag, weil im Winter sowieso wenig kommt.
Was man eher prüfen sollte: ob unter den Modulen Schneefanggitter sind. Rutschender Schnee vom glatten Glas kommt mit ordentlich Schwung runter. Auf Wege, Autos, Wintergärten.
Und die Wärmepumpe? Die braucht genau dann am meisten Strom, wenn die PV am wenigsten bringt. Im Jänner deckt die Anlage davon nur einen kleinen Teil. Im März und Oktober passt es dafür oft gut zusammen.
Quellen
Energieinstitut Vorarlberg (Winterdeckung durch Dach-PV) · heizma.at – Speicher im Winter · flarent.at – PV-Erträge Wien


