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Wärmepumpe im Winter: Dampf, Eis, Brummen – was normal ist und was nicht

Man kennt das aus der Nachbarschaft, spätestens im ersten Winter mit der neuen Wärmepumpe: Es ist ein nebliger Morgen, knapp über null Grad, und aus dem Außengerät steigt plötzlich eine weiße Wolke auf. Dazu tropft es, und der Ventilator steht still. Brennt da was?

Nein. Das ist das Abtauen, und es ist so normal wie das Beschlagen einer Brille, wenn man aus der Kälte ins Warme kommt. Die meisten Dinge, die eine Luftwärmepumpe im Winter tut, wirken auf den ersten Blick seltsam und sind harmlos. Ein paar wenige sind es nicht. Um die geht es hier auch.

Warum das Gerät vereist

Das Außengerät zieht Wärme aus der Luft. Dabei werden die Metalllamellen im Gerät kälter als die Umgebung. Feuchtigkeit aus der Luft schlägt sich darauf nieder und friert an. Am stärksten passiert das laut Herstellerangaben zwischen etwa plus 5 und minus 5 Grad, besonders bei feuchter, nebliger Luft. Also genau bei dem Wetter, das in vielen Teilen Österreichs den halben Winter bestimmt.

Bei klirrender, trockener Kälte vereist das Gerät dagegen oft weniger, einfach weil weniger Feuchtigkeit in der Luft ist.

Eis auf den Lamellen bremst den Luftstrom. Deshalb taut die Wärmepumpe sich selbst ab: Sie dreht den Kältekreislauf für ein paar Minuten um, schickt Wärme nach außen und schaltet dabei den Ventilator ab. Das Eis schmilzt, das warme Wasser dampft in der kalten Luft. Daher die Wolke. Laut Herstellerangaben dauert so ein Vorgang meist zwischen drei und zehn Minuten und kann sich an feuchtkalten Tagen mehrmals wiederholen.

Beim Umschalten hört man oft ein Zischen oder ein kurzes Rauschen. Auch das gehört dazu.

Was Sie lassen sollten

Kein heißes Wasser drüberschütten. Kein Eiskratzer, kein Schraubenzieher. Die Lamellen sind dünn und verbiegen sich schnell, und dann hat man ein echtes Problem. Wenn das Gerät nach einem Abtauvorgang noch etwas Eis hat, ist das meistens kein Grund zur Sorge. Bosch etwa rät, bei Vereisung zuerst 30 bis 90 Minuten abzuwarten, bevor man etwas unternimmt.

Was Sie sehr wohl tun können: nachsehen, ob Laub, Schnee oder ein abgestellter Gartentisch den Luftein- oder -auslass versperrt. Nach starkem Schneefall den Bereich rund um das Gerät freischaufeln, auch hinten. Und einen Blick unter das Gerät werfen.

Der Eisberg unter dem Gerät

Das Schmelzwasser vom Abtauen muss irgendwohin. Bei einer guten Installation läuft es über einen Kondensatablauf ab, der frostsicher geführt ist, etwa in ein Kiesbett unter der Frostgrenze. Ist der Ablauf zu flach, ungeschützt oder verstopft, friert das Wasser direkt unter der Wärmepumpe. Im Lauf des Winters wächst dort ein kleiner Eisberg, der irgendwann bis zu den Lamellen reicht. Dann vereist das Gerät von unten her, und das Abtauen wird immer weniger wirksam.

Ein bisserl Eis am Boden nach einer kalten Nacht ist kein Drama. Eine Eisschicht, die Tag für Tag dicker wird, schon. Das ist ein Fall für den Installateur, und zwar eher im Dezember als im Februar.

Wenn es brummt

Geräusche sind bei Luftwärmepumpen ein häufiger Grund für Ärger mit den Nachbarn. Ein Informationsblatt von Umweltbundesamt und Lebensministerium nennt als typisches Problem tieffrequente Geräusche, die als Brummen wahrgenommen werden. Sie fallen vor allem nachts auf, wenn es rundherum still ist.

Was hilft: ein Nachtmodus mit reduzierter Drehzahl, den viele Geräte haben, der aber nicht immer aktiviert ist. Und die Aufstellung. Steht das Gerät auf der vom Nachbarn abgewandten Hausseite, kann das laut dem Informationsblatt 5 bis 20 Dezibel ausmachen. Eine Ecke zwischen zwei Mauern ist dagegen ungünstig, weil sie den Schall zurückwirft. Nachträglich umstellen ist teuer, das sollte man also vor der Montage klären.

Wenn ein Gerät, das bisher leise war, plötzlich lauter wird, klappert oder rasselt, hat sich vielleicht etwas gelockert oder es liegt ein Fremdkörper im Ventilator. Nachsehen lassen.

Schnell nachgeschaut: normal oder nicht?

Was Sie bemerken Wahrscheinliche Ursache Was tun
Weiße Wolke, Tropfen, Ventilator steht ein paar Minuten Abtauvorgang Nichts. Normal.
Dünner Reif auf den Lamellen, verschwindet wieder Feuchte Luft um den Gefrierpunkt Nichts. Gerät taut selbst ab.
Eisblock unter dem Gerät wächst täglich Kondensat kann nicht abfließen Installateur, Kondensatablauf prüfen lassen
Gerät bleibt dauerhaft vereist, Wohnung wird nicht warm Abtauung gestört, Luftstrom blockiert oder Defekt Ein- und Auslass freimachen, dann Fachbetrieb
Rauch oder Brandgeruch Kein Abtauen, möglicher Defekt Gerät abschalten, sofort Fachbetrieb
Stromverbrauch steigt bei Kälte sprunghaft Heizstab springt oft ein Heizkurve und Einstellungen prüfen lassen

Der Stromzähler als Frühwarnsystem

Dass eine Wärmepumpe bei Kälte mehr Strom braucht, ist klar. Sie muss mehr heizen, und die Außenluft gibt weniger her. Ein Sprung, der nicht zur Temperatur passt, ist aber ein Hinweis. Oft steckt der eingebaute Heizstab dahinter, der aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme macht. In einem großen Feldtest von Fraunhofer ISE lag sein Anteil bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand bei gerade 1,3 Prozent des Stromverbrauchs, allerdings in einer eher milden Messperiode. Läuft er bei Ihnen deutlich öfter, lohnt sich ein Blick in die Einstellungen. Warum das so ist und wie man es erkennt, steht in unserem Beitrag zum Heizstab.

Der zweite Klassiker: Wird es in einem Zimmer nicht warm, dreht man die Vorlauftemperatur hoch. Das kostet. Das Energieinstitut Vorarlberg rechnet mit etwa 2,5 Prozent weniger Effizienz pro Grad mehr Vorlauf. Häufig ist das eigentliche Problem ein Heizkörper, der zu wenig Wasser bekommt, und dagegen hilft ein hydraulischer Abgleich mehr als ein höherer Vorlauf.

Und falls der Nachbar wieder fragt, ob es brennt: Nein. Die Wärmepumpe putzt sich nur.

Quellen

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