Die Stromrechnung ist höher als letztes Jahr. Kein neues Gerät, nichts verändert. Irgendwo läuft was.
Die gute Nachricht: So ein Stromfresser lässt sich meistens an einem Wochenende finden. Die schlechte: Er versteckt sich fast immer dort, wo man nicht hinschaut. Im Keller. Hinterm Fernseher. In der Garage.
Erst die Nacht anschauen
Nachts schläft der Haushalt. Was dann an Strom fließt, läuft rund um die Uhr – und genau das macht es teuer. Man nennt das Grundlast.
Mit Smart Meter und aktivierten Viertelstundenwerten ist das einfach: im Portal des Netzbetreibers den Verbrauch zwischen zwei und vier Uhr früh ansehen. Ohne Smart Meter: abends Zählerstand notieren, morgens wieder, Differenz durch die Stunden teilen. Grob, aber reicht.
Jedes Watt, das dauernd läuft, sind knapp 9 kWh im Jahr. 100 Watt sind also rund 876 kWh, bei 28 Cent etwa 245 Euro. Nur fürs Dasein.
| Grundlast nachts | Einschätzung | Verdacht |
|---|---|---|
| unter 60 W | sparsam | – da gibt’s nicht viel zu holen |
| 60–150 W | normal bis leicht erhöht | Standby, zweiter Kühlschrank, Router plus Zubehör |
| 150–300 W | deutlich erhöht | alte Heizungs- oder Zirkulationspumpe, Gefriertruhe, Aquarium |
| über 300 W | da läuft was Größeres | Boiler, Entfeuchter, Heizstab, defekte Außenbeleuchtung, Server-PC |
Die Werte sind grobe Anhaltspunkte, kein Maßstab. Ein Haus mit Wärmepumpe hat im Winter ohnehin eine andere Nacht.
Dann messen
Eine Messsteckdose kostet zehn bis 30 Euro. Manche Energieberatungen, Gemeinden oder Stromanbieter verleihen sie auch. Stecker rein, Gerät dran, ablesen.
Kühlgeräte immer mindestens 24 Stunden messen, die laufen in Zyklen. Und die Steckdosenleiste hinterm Fernseher als Ganzes. Dann weiß man sofort, ob sich das Aufdröseln lohnt.
Die üblichen Verdächtigen kennt man eigentlich. Der alte Gefrierschrank im Keller, bei dem die Türdichtung nicht mehr schließt. Die Spielkonsole im „Schnellstart“-Modus. Eine Heizungspumpe aus den Neunzigern, die die ganze Heizsaison mit 60 oder 80 Watt durchläuft (eine moderne braucht einen Bruchteil davon, der Tausch rechnet sich meist in wenigen Jahren). Die Kaffeemaschine mit Warmhalteplatte.
Und dann die Überraschungen. Der Luftentfeuchter, den im Sommer jemand eingeschaltet und vergessen hat. Das Terrarium. Der Bewegungsmelder am Carport, der nicht mehr abschaltet.
Wer gar nicht weiterkommt: abends im Smart-Meter-Portal oder am Zähler zuschauen und nacheinander einzelne Sicherungen ausschalten. So sieht man zumindest, in welchem Stromkreis es hängt. Kühlschrank und Gefriertruhe nicht zu lange ohne Strom lassen. Und wer sich am Sicherungskasten unsicher ist, fragt lieber einen Elektriker.
Quellen
Energiesparverband OÖ – Energiespartipps · eNu – Ratgeber Energie-Messgerät (PDF) · Wien Energie – Stromverbrauch messen


